Seid gegrüßt!
Mein Name ist Ygor Val’Harik, Sohn des Schriftgelehrten Wennemar, einem Meister der Mythen und der Historie. Meine Mutter war die kräuterkundige Rosmareyn. Eine weise Frau und die Güte in Person. Ihr Andenken trage ich tief im Herzen.
Bekannt geworden bin ich auch unter dem Namen Mac W. Josetty. Diesen Namen, den ich auf meinen Forschungsreisen bevorzugt verwende und den mir Einwohner des englischen Ortes Shepperton gaben, als ich dort mehrere Dekaden die Geheimnisse des Robin Hoods zu ergründen versuchte.
Mein Stand ist der eines Lords. Ich studierte einst unter Alexander von Humboldt die botanischen Reiche der neuen Welt, fand gefallen an der Natur und entdeckte die Organische Mechanik.
Meine Studien führten mich unter anderem in das Rudolf-Virchow-Klinikum, gelegen in der Spreemetropole Berlin. Dort bekam ich Einblicke in die toxische Pathologie. Ein Steckenpferd von mir.
Meine weiteren Tätigkeiten sind die des Navigators, das Studium der Karten- und Schriftkunde sowie der Zeichen- und Symbolmystik. Es gibt da noch die eine oder andere Fertigkeit mehr, die ich hier aber nicht unbedingt preisgeben möchte.
Aber mehr als das faszinierte mich stets die Botanik, die Natur und das Phänomen der Entdeckung neuer und faszinierender Kreaturen, die Reisen in noch unbekannte Länder, die hinter scheinbar unerreichten Gegenden auf die Wissbegierigen unter uns lauern.
Manches Mal begebe ich mich unter die »Wilden«, ziehe mich zurück zu den Kindern des Waldes, die sich selbst Kinder Yllmar’yons nennen. Dort nehme ich an ihren Riten teil, werde Mitglied in Ihrer Gemeinschaft, lausche den Worten des Waldes, höre das Wispern in den wolkenhohen Bäumen. Ich werde eins mit Ihnen, wenn Yllmar’yons Ruf durch den Wald streift und seine Kinder zur Zusammenkunft begrüßt.
In der jüngeren Geschichte wurden die Kinder Yllmar’yons von größenwahnsinnigen verfolgt und gehetzt, gar diskriminiert. Manche nannten sich in ihrem Wahn »Götter« und beanspruchten die Kinder Yllmar’yons als ihr Eigentum. Sie nahmen sich die Geschichte, die Grundlage allen Seins und fegten ohne Rücksicht auf die Kinder Yllmar’yons die Historie von Tisch der Geschichte. Und besonders dumme Wesen liefen ihnen blind und gehorsam hinterher.
Trotz mehrerer Versuche der Kommunikation, gar dem Anrufen des hohen Rates, wurde die Kultur der Kinder Yllmar’yons ohne mit der Wimper zu zucken terminiert. Dieser widerlichen Machtergreifung durch jene, die sich da selbst »Götter« nannten, konnten wir nicht länger etwas entgegenstellen, sodass wir und die Kinder Yllmar’yons selbst den Exodus wählten.
Uns ist es gelungen dem Wahn und der Verblendung der wenigen aber offenbar einflussreichen machtbesessenen zu entfliehen und diese Weltenebene zu verlassen. Durch geschickte Materienmanipulation wurde das komplette Reich Yllmar’yons an einen sicheren Ort transferiert. Fern der Ketzerei, dem Wahn einiger Irren und ihren gierigen Klauen.
Zu Ehren der Kinder Yllmar’yons nenne wir diese Schriftsammlung »YLLMAR’YONS RUF«. So wie es einst ihre Bestimmung war, wenn sie und der Waldgott Yllmar’yon etwas verkündeten.
Denn wir wissen: Nichts ist vergessen, nichts ist jemals vergessen!

Das Zeichen der Kinder Yllmar’yons ist das des Grünen Mannes. Dieses Symbol faszinierte mich seit dem Tage, an dem ich es zuerst schaute. Und somit ist der Grüne Mann, oder wie die britischen Gelehrten sagen, »THE GREEN MAN«, ebenso das Symbol dieser Sammlung. Ich fertigte eigens zu diesem Zwecke ein stilisiertes Wappen, Emblem oder eben ein Symbol an. Ganz in der Tradition der alten Meister und Steinmetze, die Bücher, Häuser und Kathedralen mit dem Symbol des Grünen Mannes verzierten.

Dies ist also mein Logbuch, ich nenne es wie erwähnt »YLLMAR’YONS RUF«.
Durch die Weiten des Netzes angetrieben und navigiert von mir. Mit der gnädigen Hilfe meines treuen Maschinisten MOMWORX, der stets dafür sorge trägt, dass alles hier gut geölt und unter Dampf ist.
Hier und da wird mit Sicherheit der Kurs korrigiert und an der einen oder anderen Schraube nachjustiert. Mein Maschinist hat das alles im Griff. Ich vertraue ihm da voll und ganz! Er ist unerschrocken, seit über einer Dekade im Geschäft und weiß, was er tut.
Mein Dank gilt ihm fortwährend für dieses herrliche Umfeld, welches er in den letzten Wochen geschaffen hat und in den Zeiten die da noch kommen werden weiterhin pflegt, betreut, repariert und auf den neuesten Stand bringt.
Bevor ihr unüberlegt handelt, wenn ihr mit den Dingen die ihr hier lesen und sehen könnt, mit scheinbar unglaublichen konfrontiert werdet, bedenkt folgendes: Man kann vieles glauben, muss es aber nicht! Zwischen Realität und Fiktion befindet sich manches Mal nur eine Nanosekunde.
Dies ist mein Logbuch, meine Bibliothek, mein Sammelsurium. Es beherbergt Dinge aus dem Schallraum, Schriften aus der Bibliothek, Graphiken aus meiner und meiner Freunde Feder, photooptische Impressionen, welche eigens aus der Laterna Magica extrahiert wurden.
Mit der Unterstützung meiner Gefährten. Hier gilt besonderer Dank an Silma Weissfell und Sereng’Ol, sowie dem Rest der Mannschaft.
Gleichwohl finden sich neben Gerätschafen zur Forschung und diversen Interieur auch Berichte von meinen Reisen zwischen Zeit und Raum. Selbstverständlich auch einige der Geheimnisse der Kinder Yllmar’yons und der Wesenheiten.
Primär bin ich bestrebt, stets die Wahrheit zu verfassen, doch manches Mal ist mir dies nicht möglich.
Das passiert meist dann, wenn die Ebenen des Seins verschwimmen und die Überschneidungen der Geschehnisse in den Falten der Zeit verharren. Ich kann daher nicht genau verifizieren, ob ich es erlebte oder nur empfand. Gar nur erdachte?
Ich sauge alle Impressionen auf. Mit meine Sinnen wie Gehörgang, Augen, Mund. Ich errieche es mit der der Nase taste und halte es in den Händen oder spüre es gar am Körper.
Dies ist mein Weg! Der Weg des Wanderers, der kein Ziel hat und durch das Meer der Zeit streift.
Einen angenehmen Aufenthalt!
Es sprießt! Ha Thuyo!
Ygor Val’Harik / Lord Mac W. Josetty


